Dienstag, 25. Juli 2017

Global #7: Siebenbürgen, Karpaten und Walachei

Obwohl ich die ungarische Puszta langsam hinter mir lasse, bleibt es weiter sonnig und heiß. In Siebenbürgen kommen zudem noch mehrere kleinere Steigungen, die es zu bewältigen gilt. Dennoch kann ich mich an der schönen abwechslungsreichen Landschaft und den vielen kleinen traditionellen rumänischen Ortschaften erfreuen. Zu schaffen machen mir aber die spürbar noch schlechteren Straßen und teils führt meine Route über unwegsame Feldwege.

In Mühlbach angekommen bereite ich mich auf den bisher anspruchsvollsten Abschnitt der Tour vor. Die folgenden zwei Tage geht es südwärts über die Karpaten entlang der Transalpina, wobei ich über auf über 2.000 Meter radeln muss. Während es am Abend des ersten Tages noch gewittert, habe ich dann am folgenden Tag bestes Wetter und genieße die Fernsichten über die Karpaten.

Südlich der Karpaten mache ich in Novice Mittagsrast und fahre dann weiter Richtung Ramnicue Valcea. Die Route verläuft dann weiter über Pitesti und am 25.07.2017 erreiche ich die Hauptstadt Bukarest.


Weite Landschaften in Transilvanien 

Ortschaft in Transsilvanien 

Die Wege sind des Öfteren sehr schlecht 

Langos ist auch in Rumänien beliebt 

Auf der Transalpina trifft man häufig Radreisende 

Unzählige Serpentinen auf der Transalpina 

Immer wieder muss ich Schieben statt Radeln

Markt in Novaci 

Ein Wald als Kunstobjekt

Mittwoch, 19. Juli 2017

Global #6: Stadtbesichtigung in Budapest und Schwitzen in der Puszta

Nach einer kleinen Kneipentour durch Budapest unternehme ich mit Jean am nächsten Morgen noch eine kleine Rundfahrt durch die Hauptstadt Ungarns. Zunächst gelangen wir an die Donau und radeln vom Marktplatz südwärts und dann wieder zurück an der Fischerbastion und dem Parlament vorbei.

Noch vom Vorabend einen dezenten Kater verspürend gönnen wir uns Mittags noch eine kühle Limonade in einer schattigen Nebenstraße. Dann verabschiede ich mich von Jean, welcher weiter nach Sophia radeln möchte und später mit der Fähre über das Schwarze Meer nach Georgien gelangen möchte.

Für mich geht es nun erstmal durch den dichten Budapester Stadtverkehr ostwärts und erst am späten Nachmittag lasse ich die Stadt weit hinter mir. In den folgenden Tagen geht es dann durch eine immer heißer werdende Puszta Richtung Osten und vorbei am Theiß-See. Auf den teils sehr schlechten Straßen fahre ich mir meinen ersten Materialschaden - drei Risse in der Mantelflanke - ein. Den Fahrradmantel kann ich jedoch schnell mit Sekundenkleber und Gummiresten reparieren und bis Istanbul sollte ich es damit locker schaffen.

Parlament in Budapest 

Landwirtschaft in der Puszta 

Erster Materialschäden - drei Risse  in der Mantelflanke 

Abends sind unzählige Stechmücken unterwegs 

Ortschaft Okany 

Sonntag, 16. Juli 2017

Global #5: Auf dem Donauradweg über Bratislava bis Budapest

Wieder alleine auf Tour zu sein ist zunächst ein ungewohnter Zustand. Bis zur slowakischen Grenze sind es noch fast 50 Kilometer und Mittags erreiche ich die Stadt Hodonin, wo ich noch meine letzten tschechischen Kronen ausgeben kann, ehe es in die Slowakei geht. An der Morava, einem Nebenfluss der Donau beende ich dann den Tag nur wenige Kilometer vor Bratislava.

Da ich bereits 2013 in Bratislava war nehme ich mir am folgenden Morgen nur ein paar wenige Stunden zur Stadtbesichtigung und schaue mir lediglich die Burg an und verlasse dann die slowakische Hauptstadt dem Donauradweg folgend. Zu meinem Vorteil habe ich starken Rückenwind und fahre mit rasantem Tempo bis Komarno, wo ich dann zur ungarischen Seite wechsel und mir einen Zeltplatz direkt am Donauufer suche.

Am nächsten Morgen treffe ich zufällig auf den belgischen Radreisenden Jean, welcher bereits im März gestartet ist und ebenfalls auf Weltreise ist. Wir haben uns viel zu erzählen, verstehen uns gut und radeln zusammen bis nach Budapest, wo wir am späten Abend im Hostel Maria ankommen. Obwohl wir beide ziemlich Ko vom Radfahren sind starten wir nochmal ins Budapester Nachtleben um auch mal abseits von Straßen und Radwegen das Land zu erleben.

Morava- Nebenfluss der Donau 


Bratislava mit Blick zur Burg 

Sonnenuntergang an der Donau 

Langzeitradler Jean aus Belgien 

Stadt Esztergom 

Mit der Fähre wechseln wir die Donauseite

Global #4: Fahrt durch Mähren und Abschied von Nico in Brünn

Nach der längeren Auszeit in Prag sind wir beide optimistisch, dass wir  die Tour gemeinsam fortsetzen können. Zunächst kommen wir auch gut vorwärts und machen regelmäßig Pausen, damit Nico's Achillessehne keinen zusätzlichen Schaden nimmt. Durch abgelegene Landstriche radeln wir bis Brünn und nehmen uns ein paar Stunden Zeit für eine kleine Stadtbesichtigung.

Am Abend teilt mir Nico mit, dass er wieder verstärkt Schmerzen mit der Achillessehne hat und die Reise vorerst nicht fortsetzen kann. Die Stimmung ist für uns beide somit auf einem Tiefpunkt angelangt und wir grübeln den ganzen Abend wie wir weiter machen wollen. Ich schlage zunächst vor, dass Nico von Brünn aus mit der Bahn bis Bukarest reisen kann und wir uns dort in gut zwei Wochen wieder treffen.
Am folgenden Morgen verabschieden wir uns nach dem Frühstück und während Nico zurück nach Brünn radelt geht es für mich weiter Richtung Slowakei.

Mittlerweile steht fest, dass Nico mehr Zeit benötigt um seine Verletzung auszukurieren und er zurück nach Berlin fährt. Wir werden uns dann später voraussichtlich in Istanbul oder Teheran wieder treffen.

Beim Aufbruch in Prag regnet es morgens noch

Unweit der Stadt Malesov 


Solche Mini-Bibliotheken finden wir des Öfteren 

Blick auf die St. Peter und Paul Kathedrale in Brünn 

Abschied von Nico kurz hinter Brünn 

Montag, 10. Juli 2017

Global #3: Besuch beim Prager Gemeinschaftsgarten Prazelenina

In den letzten Jahren erfreut sich das städtische Gärtnern immer größerer Beliebtheit. Auch ich war Mitglied in einem gemeinschaftlichen Gartenprojekt in Leipzig - dem Stadtgarten H17. Im Unterschied zum klassischen Schrebergarten befinden sich die meisten Stadtgärten direkt im Wohnviertel und werden von mehreren Personen kollektiv bewirtschaftet, sodass Aufgaben und Verantwortungen besser verteilt werden können. Zudem haben sich viele Gartenkommunen noch zusätzlichen Projekten verschrieben und nehmen Öffentlichkeitsarbeit wahr. Dies können z.B. Gartenführungen für Schulklassen oder diverse Workshops zu Baumverschnitt etc. sein.

Unweit von unserem Hostel in Prag haben wir auch einen Gemeinschaftsgarten entdeckt. Den Prazelenina im Stadtteil Holesovice gibt es bereits seit 2012. Vor kurzem musste er aber aus dem Zentrumsviertel wegziehen. Die neue Lage, nur wenige Meter von der Moldau entfernt, ist dafür aber ideal und angenehm ruhig. Auf dem Gelände befinden sich neben etlichen Beeten, Bäumen und Sträuchern zwei Bauwägen, mehrere Sitzgelegenheiten, Toiletten, Fahrradständer und vieles mehr.

Mehr Infos unter der Webseite:

www.prazelenina.cz

Ehemaliges Grundstück in der Straße Komunardu 

Aus einem hässlichen Zaun wurde ein Kunstwerk

Neues Grundstück am Ufer der Moldau (Straße Varhulikove)

Banner Gemeinschaftsgarten Prazelenina

Links die Bauwägen, hinten gemütliche Sitzgelegenheiten und rechts die Beete 
Gemütliches Barfeeling 

Tomaten, Salat, Zucchini und vieles mehr 

Zweifelsfrei ein gut besuchter Spot und Geheimtipp 

Sonntag, 9. Juli 2017

Global #2: Unplanmäßiger Zwischenstopp in Prag

Ursprünglich wollten wir in der  tschechischen Hauptstadt nur ein bis zwei Tage verweilen. Nico hat jedoch bereits auf dem Weg nach Prag Beschwerden mit der Achillessehne bekommen, sodass wir uns entschlossen haben einige Tage auszusetzen und die Reise erst Dienstag kommende Woche fortzusetzen.

Um Geld zu sparen und nicht gleich zu Beginn die Reisekasse unnötig zu belasten, wählen wir ein bescheidenes und günstiges Hostel im Stadtteil Holesovice. Die Zimmer und Umgebung sind jedoch so schäbig, dass wir nach nach kurzem Aufenthalt nochmal in ein anderes Hostel umziehen.

Ich nutze die Zeit in der tschechischen Hauptstadt für eine ausgiebige Stadtbesichtigung und erkunde die Burg Vysehrad,  besichtige den Friedensplatz mit der Kirche St. Ludmilla, gönne mir ein kühles dunkles Bier im U Fleku und schlendere durch die Prager Altstadt.

Da ich nun genügend Zeit habe entschließe ich mich auch noch entlang der Moldau und Berounka bis zur Burg Karlstein zu radeln. Die Festung wurde im 14. Jahrhundert durch Kaiser Karl IV. erbaut, diente einst als Aufbewahrungsort für die kaiserlichen Schätze und Kronjuwelen und ist heute die meistbesuchte Burganlage Tschechiens. 


Kirche St. Ludmilla auf dem Friedensplatz 

Blick von der Burg Vysehrad auf die Moldau

Gasthaus U Fleku

Prager Fernsehturm

Burg Karlstein 

Freitag, 7. Juli 2017

Global #1: Tourauftakt - Leipzig bis Prag

Am Montag dem 3. Juli 2017 bin ich kurz nach 10 Uhr in Leipzig gestartet. Für etwa ein Jahr geht es für mich nun auf große Weltreise. Doch zunächst spüre ich davon natürlich noch wenig. Zu vertraut ist mir die Umgebung im schönen Sachsen und nur wenige Kilometer vor Meißen biege ich auf den Elberadweg ein und beende den ersten Tag kurz vor Dresden auf den Elbhängen.
Am folgenden Tag treffe ich nachmittags Nico am "Blauen Wunder". Nach einer kurzen anfänglichen Panne, als er einen Poller auf dem Radweg übersieht, fahren wir weiter über Pirna bis nach Wehlen in die Sächsische Schweiz.


Bis Prag folgen wir den Elberadweg noch einige Kilometer und verlassen ihn dann ab Roudnice nad Labem, um über abgelegene Nebenstraßen die tschechische Hauptstadt am Donnerstagnachmittag zu erreichen. Hier legen wir erstmal zwei Tage Pause ein für eine ausgiebe Stadtbesichtigung.

Deutsch-tschechischer Grenzübergang bei Schöna

Karlsbrücke in Prag

Blick vom Letná auf Prag